Nikotin

Aus E-Dampfen
Nikotin

Nikotin ist das Hauptalkaloid der Tabakpflanze. Es ist dient der Tabakpflanze als natürliches Insektenschutzmittel und es schützt die Pflanze vor Insektenbefall. Nikotin ist in bestimmten Dosensehr giftig: Bei Normalpersonen ohne Toleranzentwicklung liegt die letal-toxische Grenze bei circa 7 mg•kg-1 Körpergewicht, ein erwachsener Mensch verträgt also 500 mg (0,5 g) Nikotin.[1] Nikotinhaltige Liquids zum E-Dampfen müssen für Kinder immer unzugänglich aufbewahrt werden (genauso wie alle ätzenden bzw.giftigen Stoffe, Tabakzigaretten, sowie andere Gefahrenquellen im Haushalt; Beispiel: WC-Reiniger u.ä.).

Geschichte

Das Alkoloid Nikotin der Tabakpflanze ist seit 1828 bekannt. 1828 isolierten die Heidelberger Chemiker Karl Ludwig Reimann und Christian Wilhelm Posselt erstmals das in der Tabakpflanze wirksame Alkaloid und gaben ihm Jean Nicot zu Ehren, den Namen Nicotin. Jean Nicot beschäftigte sich mit der Heilwirkung der Tabakpflanze und führte sie 1561 erstmals in Frankreich ein. Die Strukturformel des Nikotins wurde 1893 erstmals von dem deutschen Chemiker und Professor an der Universität zu Berlin Adolf Pinner gemeinsam mit dem Chemiker Richard Wolffenstein aufgestellt.[2] Nach fast zehnjährigen Bemühungen gelang es Amé Pictet im Jahre 1904, Nikotin das erste Mal zu synthetisieren und so wurde die Konstitution endgültig festgestellt. Die Synthese des Nikotins von Pictet bewies die Richtigkeit der von Pinner bereits 1893 aufgestellten Formel. Anfang der 70er Jahre begann die moderne Nikotinforschung in Schweden.

Physikalische Eigenschaften

Reines Nicotin ist bei Zimmertemperatur eine farblose, ölige Flüssigkeit, die sich an der Luft rasch braun färbt. Es ist eine wasserlösliche Base.

Chemische Eigenschaften

Die chemische Struktur von Nicotin basiert auf zwei verbundenen Ringen aus Pyridin und Pyrrolidin. In der Natur kommt ausschließlich (S)-Nicotin vor.

Strukturformel Nikotin
Wirkung von Nikotin

Bei einem gesunden Erwachsenen (wie bei Genussmitteln üblich), sind keine körperlichen Schäden durch Nikotin selbst bekannt, welche die gesundheitlichen Risiken von bspw. täglichem Konsum des Alkaloids "Koffein" in Form von Kaffee übersteigen würden.[3]

In normaler Dosierung ist Nikotin (beim Rauchen) nicht für die schweren, oftmals tödlichen gesundheitlichen Schäden des Konsums durch Tabakrauch wie Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, chronisch ostruktiver Lungenerkrankungen (COPD) verantwortlich.

Diese schweren Erkrankungen werden durch die tausenden Verbrennungsgiftstoffe des Tabakrauches verursacht, von denen über 70 krebserregend sind. Bei Herz-Kreislauferkrankungen spielt Nikotin lediglich eine untergeordnete Rolle.[4]

Nikotin wirkt konzentrationsfördernd (Steigerung der Aufmerksamkeit und der kognitiven Fähigkkeiten), anregend oder beruhigend. Es schützt vor Morbus Parkinson, Morbus Alzheimer und ulzerative Colitis. Es sorgt kurzfristige und reversible Erhöhung von Herzfrequenz und Blutdruck.

Angehörige von Risikogruppen, wie schwer Herz-Kreislauf-Erkrankte oder Tumorpatienten sollten den Konsum von Nikotin vermeiden.

Abhängigkeit

Nikotinkonsum ohne Tabakrauch hat sich in Tierversuchen als kaum suchterzeugend herausgestellt.[5][6][7][8]


  1. How much nicotine kills a human? Tracing back the generally accepted lethal dose to dubious self-experiments in the nineteenth century. Januar 2014. Zugriff: 2. Dezember 2019
  2. Wikipedia:Adolf Pinner. Zugriff: 2. Dezember 2019
  3. Caffeine and health. eufic 16. August 2007. Zugriff: 19. Februar 2016
  4. Nikotin Pharmakologische Wirkung und Entstehung der Abhängigkeit. dkfz. 4. Dezember 2011. Zugriff: 19. Februar 2016
  5. Rauchgewohnheit und Psychopharmakologie des Nikotins. Prof. Dr. Med. K. Bättig, ETH Zürich 20. Mai 1980. Zugriff: 19. Februar 2016
  6. U-M MAKES MONKEY OF NICOTINE THEORIES. Detroit News,Schermerhorn,J 27. Juni 1965. Zugriff: 19. Februar 2016
  7. Monoamine Oxidase Inhibition Dramatically Increases the Motivation to Self-Administer Nicotine in Rats. Karine Guillem,et.al. 21. September 2005. Zugriff: 19. Februar 2016
  8. The neuronal pathways mediating the behavioral and addictive properties of nicotine.. Balfour DJ 2009. Zugriff: 19. Februar 2016